Branche: Handel

Am 1. Juni 1882 gründete Uhrmachermeister Fritz Voltmer zusammen mit seiner Frau Frieda ein Geschäft in der Kirchstraße 11 in Schwarmstedt. Uhren und Goldwaren waren das Hauptstandbein des jungen Unternehmers. Brillen gab es zur damaligen Zeit fast ausschließlich als vorgefertigte Ware, Neuanfertigungen waren aus Kostengründen noch die Ausnahme.

Franz Voltmer, der Sohn des Firmengründers kämpfte ebenso im Ersten Weltkrieg wie Bodo Denker, Verlobter von Voltmers Tochter Erna. Bodo Denker fiel, danach wollte Erna Voltmer eigentlich nicht mehr heiraten. Nach Kriegsschluss führte Fritz Voltmer das Geschäft, das eigentlich sein 1926 zu früh verstorbener Sohn Franz Voltmer hätte übernehmen sollen, noch bis 1927. Anschließend führte Tochter Erna zusammen mit ihrer Mutter das Unternehmen in zweiter Generation.

Ein Vertreter, der das Geschäft damals mitbetreute, machte die beiden Frauen darauf aufmerksam, dass in Algermissen in einer Großfamilie ein Uhrmachermeister lebte. Dieser sah in seiner Heimat keine Entfaltungsmöglichkeiten und suchte eine auswärtige Anstellung. Also stellte man im Jahr 1927 den damals nicht mehr ganz jungen Wilhelm von Einem in Schwarmstedt als Uhrmachermeister ein. Dieser war vor dem Ersten Weltkrieg in der Uhrenwerkstatt des Kaisers (Wartung und Reparatur der kaiserlichen Uhren) als Geselle beschäftigt gewesen.

Zwei Jahre später heiratete er die Inhaberin Erna Voltmer und der Name des Geschäfts wurde in „Wilhelm v. Einem“ geändert. Handwerkliches Geschick und kundenfreundlicher Service hatte Wilhelm von Einem (damals noch von Eime, was im Zuge des „Ariernachweises” im Dritten Reich wieder in von Einem geändert wurde) schon beim Kaiser in Würzburg gelernt. Bis heute ist beides zentral für unsere Firmenphilosophie.

In Schwarmstedt sprach sich die Qualität des Geschäfts schnell herum. So war es nicht verwunderlich, dass sich immer zahlreiche Lehrlinge für einen Ausbildungsplatz bei Wilhelm von Einem interessierten. In der Uhrmacherinnung hatte Wilhelm von Einem ebenfalls einen guten Ruf und war als Lehrlingswart und Ausbilder tätig. 1959 ernannte die Uhrmacherinnung Wilhelm von Einem zum Ehrenmeister.

Im Jahr 1933 erblickte sein Sohn Friederich Wilhelm von Einem das Licht der Welt. Der Stolz der Familie begann mit 14 Jahren eine Lehre als Uhrmacher im elterlichen Betrieb. Anschließend absolvierte er in der Firma Johannsen in Rethem eine Optikerlehre. Der Sohn des damaligen Inhabers machte eine Lehre bei Wilhelm von Einem. Zu dieser Zeit gehörte auch noch eine Fotoabteilung zum Geschäft, in der Filme entwickelt, Passfotos gemacht und bei Familienfesten Fotoserien erstellt wurden.

Der junge Friederich Wilhelm von Einem entschied sich für eine Weiterbildung in York im Betrieb der Familie Michelsen. Deren Sohn entwickelte zur gleichen Zeit bei von Einem in Schwarmstedt seine handwerklichen Fähigkeiten weiter.

Die Meisterprüfung für das Uhrmacherhandwerk legte Friederich Wilhelm von Einem im Jahr 1962 ab, 1968 folgte die Meisterprüfung als Augenoptiker. 1965 heiratete er seine Frau Ilse, mit der er eine Tochter (Anke) und zwei Söhne (Christian und Volker) hat. Ilse von Einem kümmerte sich im Geschäft um die Buchhaltung, den Einkauf und die Ausbildung der Fachangestellten im Schmuckbereich. So besuchte sie mit Christa Michaelis ein Perlenseminar mit großem Erfolg.

Seit 2003 ist Anke von Einem-Becker Geschäftsführerin der Optik von Einem in Schwarmstedt.